Der deutsche Lebenslauf: Aufbau, Foto, Daten und Lücken
Der deutsche Lebenslauf ist eine übersichtliche Tabelle Ihres Werdegangs. Personalverantwortliche in Deutschland, Österreich und der Schweiz lesen ihn schnell von oben nach unten und erwarten, dass jeder Zeitraum nachvollziehbar ist. Er umfasst meist ein bis zwei Seiten A4 und wird als PDF zusammen mit dem Anschreiben und den Zeugnissen verschickt.
Der tabellarische Aufbau
Standard ist der tabellarische Lebenslauf: links die Zeiträume, rechts die Angaben, die neueste Station zuerst.
| Zeitraum | Angaben |
|---|---|
| 03/2021 – heute | Senior Cloud Engineer, Gulf Tech Services, Doha · Migration von 120 Anwendungen nach Azure |
| 09/2015 – 02/2021 | Systemadministrator, MedNet Solutions, Tunis |
- Daten immer mit Monat und Jahr (03/2021). Reine Jahreszahlen wirken ungenau.
- Die aktuelle Stelle endet mit „heute“ oder beginnt mit „seit 03/2021“.
- Nennen Sie Position, Arbeitgeber, Ort und zwei bis vier Stichpunkte mit Ergebnissen.
Persönliche Daten
Traditionell beginnt der Lebenslauf mit den persönlichen Daten. Seit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG, 2006) sind die meisten Angaben freiwillig, aber weiterhin üblich:
- Anschrift, Telefon und E-Mail: immer.
- Geburtsdatum und -ort: optional, oft noch angegeben.
- Staatsangehörigkeit: sinnvoll, wenn Sie nicht aus der EU kommen, zusammen mit dem Aufenthaltstitel (z. B. Blaue Karte EU).
- Familienstand, Kinder, Religion: optional und immer seltener.
Das Bewerbungsfoto
Ein Foto ist gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben, und manche Arbeitgeber bevorzugen Bewerbungen ohne Bild. In der Praxis haben viele Lebensläufe trotzdem oben rechts ein Foto. Wenn Sie eines verwenden: aktuell, professionell, Kopf und Schultern, neutraler Hintergrund – nie ein Urlaubsbild.
Lücken erklären
Lücken von mehr als drei Monaten fallen auf. Erklären Sie sie in einer Zeile, statt sie zu verstecken: „01/2020 – 06/2020 Elternzeit“, „Weiterbildung AWS Solutions Architect“, „Umzug nach Deutschland und Deutschkurs B2“. Eine ehrliche Zeile ist besser als eine unerklärte Lücke.
Ausbildung und Abschlüsse
Nennen Sie Ihren höchsten Abschluss mit Hochschule, Ort, Zeitraum und Abschlussnote (z. B. 1,7). Bei ausländischen Abschlüssen hilft die deutsche Entsprechung; Arbeitgeber prüfen sie oft in der anabin-Datenbank. Eine Berufsausbildung genießt hohes Ansehen und gehört ebenfalls in diesen Abschnitt.
Kenntnisse und Sprachen
- Kenntnisse: IT-, Software- und Fachkenntnisse gruppieren, bei Bedarf mit Niveau (Grundkenntnisse, gute Kenntnisse, sehr gute Kenntnisse).
- Sprachkenntnisse: nach dem GER (A1–C2) oder mit den üblichen Begriffen: Muttersprache, verhandlungssicher (C2), fließend (C1), sehr gute Kenntnisse (B2), gute Kenntnisse (B1), Grundkenntnisse (A2). Für Stellen in Deutschland ist Ihr Deutschniveau oft entscheidend: Geben Sie es klar an und nennen Sie ein Zertifikat (Goethe, telc, TestDaF).
Keine Referenzen im Lebenslauf
Anders als in den Golfstaaten werden im deutschen Lebenslauf keine Referenzpersonen genannt. Legen Sie stattdessen Arbeitszeugnisse früherer Arbeitgeber und Kopien Ihrer Abschlüsse bei.
Ort, Datum und Unterschrift
Traditionell endet der Lebenslauf mit Ort, Datum und Unterschrift („Köln, 04.11.2026“). Bei Online-Bewerbungen ist das optional, wirkt aber sorgfältig – besonders im öffentlichen Dienst und bei traditionellen Arbeitgebern.
Checkliste
- Tabellarisch, neueste Station zuerst, Daten mit Monat und Jahr.
- Jede Lücke über drei Monate in einer Zeile erklärt.
- Persönliche Daten nur, wenn sie helfen (Aufenthaltstitel bei Nicht-EU).
- Foto: professionell oder keines.
- Sprachen nach GER, Deutschniveau klar angegeben.
- Keine Referenzen; Zeugnisse gehören in die Bewerbungsmappe.
- Ein bis zwei Seiten, als PDF.
In CV Passport wählen Sie das Modell Deutschland: Die Daten erscheinen als Monat/Jahr, die Überschriften lauten Berufserfahrung, Ausbildung und Sprachkenntnisse, und die Prüfung weist Sie auf unerklärte Lücken hin.